Schon wieder Streik bei Lufthansa
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Während der internationale Flugverkehr wegen der angespannten Lage im Nahen Osten und der Einschränkungen rund um den Iran ohnehin unter Druck steht, sorgt nun der nächste Arbeitskampf bei der größten deutschen Airline für zusätzliche Unsicherheit im Reiseverkehr.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihre Mitglieder zu einem 48-stündigen Streik aufgerufen. Am Donnerstag und Freitag sollen tausende Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und erstmals auch bei Lufthansa Cityline die Arbeit niederlegen.
Der Ausstand beginnt in der Nacht auf Donnerstag um 00.01 Uhr und endet am Freitag um 23.59 Uhr. Betroffen sind vor allem Flüge, die von deutschen Flughäfen starten. Für Reisende bedeutet das erneut massive Einschränkungen. Schon beim letzten Streik im Februar fielen mehr als 800 Flüge aus, rund 100.000 Passagiere waren betroffen.
Der Zeitpunkt könnte für den europäischen Flugverkehr kaum ungünstiger sein. Wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten und der Auswirkungen des Iran-Konflikts müssen Airlines derzeit ohnehin zahlreiche Routen anpassen, Umwege fliegen oder Verbindungen streichen. In dieser ohnehin fragilen Situation bringt ein weiterer Streik bei einer der größten europäischen Fluggesellschaften zusätzliche Unruhe in den Luftverkehr.
Bei Lufthansa sorgt die Ankündigung entsprechend für scharfe Kritik. Der Konzern spricht von einem unverhältnismäßigen Schritt und verweist auf die sehr kurzfristige Ankündigung des Streiks. Man wolle versuchen, möglichst viele Flüge durch andere Airlines der Lufthansa-Gruppe durchführen zu lassen und betroffene Passagiere automatisch informieren.
Hintergrund des Konflikts ist der Streit um die betriebliche Altersvorsorge der Piloten. Nach mehreren Verhandlungsrunden sieht die Gewerkschaft bislang keine ausreichenden Fortschritte. Für viele Reisende bleibt jedoch vor allem der Eindruck, dass bei Lufthansa in schöner Regelmäßigkeit gestreikt wird. Man fragt sich mittlerweile durchaus, wann der Flugbetrieb einmal länger ohne neue Arbeitsniederlegung auskommt.



