Ölkrise lässt Flugtickets steigen
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Flugreisen könnten in nächster Zeit deutlich teurer werden. Grund dafür ist der stark gestiegene Ölpreis infolge des anhaltenden Konflikts mit dem Iran und der Sperre der Straße von Hormus im Persischen Golf. Diese Meerenge zählt zu den wichtigsten Transportrouten für Öl weltweit. Wenn dort weniger Öl transportiert wird, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise und damit auch auf die Kosten der Luftfahrt.
Wer die Entwicklung der Flugpreise seit Beginn der Krise genauer beobachtet hat, dürfte bereits bemerkt haben, dass Tickets vielerorts deutlich teurer geworden sind. Bislang erklärten Airlines diese Preissteigerungen meist mit normalen Tagespreisschwankungen oder einer besonders hohen Nachfrage. Nun äußert sich jedoch erstmals eine Fluggesellschaft öffentlich und nennt die steigenden Treibstoffpreise als klaren Grund für höhere Ticketpreise.
Die neuseeländische Fluglinie Air New Zealand hat offiziell bestätigt, ihre Preise anzuheben. Hintergrund ist der massive Anstieg der Kosten für Flugtreibstoff. Innerhalb kurzer Zeit ist der Preis pro Barrel von zuvor etwa 85 bis 90 US-Dollar auf rund 150 bis teilweise sogar 200 US-Dollar gestiegen. Diese Entwicklung macht sich direkt in den Betriebskosten der Airlines bemerkbar.
Für Passagiere bedeutet das konkret höhere Ticketpreise. Bei Inlandsflügen in Neuseeland steigen Economy-Tarife um etwa zehn Dollar pro Strecke. Auf internationalen Kurzstreckenflügen kommen rund zwanzig Dollar hinzu, auf Langstrecken können die Preise um bis zu neunzig Dollar pro Flugsegment steigen. Für eine Familie mit vier Personen kann eine Fernreise damit schnell mehrere hundert Dollar mehr kosten.
Air New Zealand ist damit die erste Airline, die den Zusammenhang zwischen Krieg, steigenden Treibstoffpreisen und höheren Flugpreisen offiziell bestätigt. In der Branche gilt jedoch als wahrscheinlich, dass auch andere Fluggesellschaften ihre Preise bereits angepasst haben oder entsprechende Schritte vorbereiten. Treibstoff zählt schließlich zu den größten Kostenfaktoren im Flugbetrieb.
Doch nicht nur Flugtickets dürften in den kommenden Monaten teurer werden. Steigende Energie- und Spritpreise wirken sich entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette aus. Stefan Dindorfer, Geschäftsführer der Tripplanner ReiseService GmbH, erklärt dazu: Wenn Lieferanten mehr für Treibstoff bezahlen müssen, steigen automatisch auch ihre Transportkosten. Diese Mehrkosten werden an Hotels weitergegeben, etwa bei Lebensmittel-Lieferungen. Dasselbe gilt für Wäschereien, Reinigungsfirmen und andere Dienstleister. Gleichzeitig haben der steigende Öl- und Gaspreis auch direkte Auswirkungen auf die Heizkosten und die allgemeinen Betriebskosten vieler Hotels. Am Ende landen diese zusätzlichen Ausgaben beim Hotelier und werden letztlich auch an die Gäste weitergegeben.
Für Reisende bedeutet das, dass Urlaub insgesamt teurer wird. Erfahrungsgemäß zeigt sich zudem, dass einmal gestiegene Preise nur selten wieder deutlich sinken, selbst wenn sich die weltpolitische Lage beruhigt oder die Ölpreise später wieder nachgeben.



