Nox bringt Bewegung in den europäischen Nachtzugmarkt

Wer mit dem Nachtzug durch Europa reisen möchte, hat künftig eine weitere Möglichkeit. Das Berliner Start-up Nox Mobility möchte den Nachtzugverkehr neu aufstellen und setzt dabei auf ein Konzept, das sich vom klassischen Schlafwagen unterscheidet. Mit privaten Schlafbereichen und einer ersten Verbindung zwischen Hamburg und München will das Unternehmen 2027 auf den Markt kommen. Damit bekommt auch der etablierte Nachtzugverkehr der ÖBB und der Deutschen Bahn einen neuen Mitbewerber.
Die erste Verbindung von Nox soll Hamburg und München miteinander verbinden. Geplant sind zunächst drei Fahrten pro Woche in jede Richtung. Unterwegs sind Halte in Bremen und Augsburg vorgesehen. Tickets sollen ab 65 Euro für eine einfache Fahrt erhältlich sein.
Besonders auffällig ist das Raumkonzept. Statt klassischer Liegeplätze in einem gemeinsam genutzten Abteil setzt Nox auf individuell nutzbare Bereiche. Die sogenannten Nox Suites sollen mit einem großen Sitz, einem Tisch, Stauraum und Steckdosen ausgestattet sein. Tagsüber lässt sich der Platz zum Arbeiten oder Entspannen nutzen, nachts soll er ausreichend Raum für eine bequeme Ruheposition bieten. Geschlossene Einzelkabinen und Doppelkabinen sind für einen späteren Ausbau vorgesehen.
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Mit seiner ersten Strecke tritt Nox in einen Markt ein, in dem die Österreichischen Bundesbahnen bereits seit Jahren eine wichtige Rolle spielen. Der ÖBB Nightjet verbindet zahlreiche Städte in Europa und wurde in den vergangenen Jahren mit neuen Zügen und modernen Schlafmöglichkeiten weiterentwickelt. Neben klassischen Schlafwagen gibt es inzwischen auch die sogenannten Mini Cabins, die Reisenden einen eigenen kleinen Rückzugsbereich bieten.
Gerade auf der Strecke zwischen Hamburg und München wird sich zeigen, wie sich das neue Angebot gegenüber den bestehenden Verbindungen behaupten kann. Während der Nightjet auf unterschiedliche Schlafmöglichkeiten setzt, möchte Nox mit einem eigenen Raumkonzept und einem modernen Reisegefühl neue Fahrgäste gewinnen. Auch die Deutsche Bahn ist Teil des Wettbewerbs um Reisende auf der Schiene. Nox möchte dabei nicht nur Fahrgäste von anderen Nachtzügen gewinnen, sondern auch Menschen ansprechen, die bisher lieber mit dem Flugzeug unterwegs waren oder für längere Strecken eine Übernachtung im Hotel eingeplant haben.
Die Verbindung zwischen Hamburg und München soll erst der Anfang sein. Langfristig möchte Nox ein eigenes Nachtzugnetz aufbauen und bis 2035 rund 100 europäische Städte miteinander verbinden. Auch internationale Strecken wie z.B. nach Wien sind Teil der Planungen.



