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Austrian Airlines: Oster-Streik steht bevor


Austrian Airlines Maschine über den Wolken
© Austrian Airlines

Über den Osterurlaubern schwebt die Drohung eines Streiks bei der AUA: Hunderte Flüge und tausende Passagiere könnten ab Gründonnerstag vom Streik des Kabinenpersonals betroffen sein.


Der Vorstandsdirektor des Flughafens, Günther Ofner, hat seine Ablehnung unmissverständlich klargemacht. Er bezeichnete die Forderungen der Gewerkschaft Vida nach einem Gehaltszuwachs von bis zu 40 Prozent als maßlos übertrieben. Ofner, der auch als Obmann der Sparte Luftfahrt in der Wirtschaftskammer fungiert, warnte am Sonntag, dass dies die wirtschaftliche Erholung der AUA, die gerade erst aus einer Existenzkrise gekommen ist, gefährden würde. Darüber hinaus stellte er fest, dass bis zu 6200 Arbeitsplätze der AUA-Beschäftigten durch solch drastische Forderungen bedroht wären


Ofner bezeichnete solche Forderungen als "eine direkte Herausforderung an die Steuerzahler", da die AUA erst kürzlich mit millionenschweren staatlichen Hilfen vor dem Bankrott gerettet wurde. Er warnte davor, dass die zusätzlichen Kosten durch derartige hohe Tarifabschlüsse letztendlich zu einer Erhöhung der Ticketpreise führen würden, was wiederum die Passagiere belasten würde. Ofner äußerte sein Unverständnis darüber, dass der AUA-Betriebsrat und die Gewerkschaft mit einem Streik die wohlverdienten Osterferien von Familien mit schulpflichtigen Kindern gefährden würden. Er bezeichnete dies als verantwortungslos und nicht nachvollziehbar in einer offiziellen Stellungnahme.


Streikbeschluss am Wochenende


Über der bedeutenden Osterreisezeit schwebt nun die Bedrohung eines 36-stündigen Streiks von Gründonnerstag Mitternacht bis Karfreitag mittags. Am Freitag konnten sich die Lufthansa-Tochter und die Vertreter der Arbeitnehmerschaft aus Gewerkschaft und Betriebsrat nicht auf einen neuen Kollektivvertrag einigen. Als Reaktion darauf wurde am Samstag der Streik beschlossen, eine Maßnahme, zu der man sich gezwungen sah, wie von der Gewerkschaft Vida erklärt wurde. Das Management der AUA kritisierte den geplanten Streik während der Ferienzeit als "absolut unverantwortlich" gegenüber den Passagieren und als "einen Schuss ins eigene Knie" für die Belegschaft.


Die Forderung nach einem Gehaltsplus von bis zu 40 Prozent gefährde sowohl die 6200 Arbeitsplätze der AUA-Beschäftigten als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa-Tochter massiv, betonte Ofner und appellierte an die Vernunft der Arbeitnehmerverhandler. Ein Streik biete keine Lösung. Wie bereits berichtet, sieht die Airline durch einen möglichen Ausstand bis zu 430 Flugverbindungen in Gefahr.


Die Eskalationsmaßnahmen seitens des Betriebsrats und der Gewerkschaft trügen nicht zur Lösungsfindung bei, betonte eine Sprecherin der AUA am Wochenende. Diese Maßnahmen seien unverhältnismäßig, und auch die Fluggäste hätten kein Verständnis dafür. "Von unserer Seite aus verpflichten wir uns, alles zu tun, um unseren Fluggästen ihren Osterurlaub zu ermöglichen."


Gehälter sollen deren der Lufthansa angenähert werden


Die Gewerkschaft und der Betriebsrat bestehen weiterhin darauf, dass eine "gerechtfertigte Angleichung der Gehälter an die der AUA-Mutter Lufthansa" erfolgen muss. Sie argumentieren, dass die AUA in Bezug auf die Erlösqualität innerhalb der Lufthansa-Gruppe mittlerweile an zweiter Stelle steht, noch vor der Lufthansa selbst. Dennoch liegen die Verdienstmöglichkeiten der AUA-Mitarbeiter deutlich hinter denen anderer Konzerngesellschaften wie Eurowings, Discover oder Ocean zurück, so die Arbeitnehmervertreter. Ein Pilot bei der Muttergesellschaft Lufthansa verdient im zwölften Dienstjahr fast das Doppelte.


Die Gewerkschaft Vida betont, dass das von der AUA vorgeschlagene Angebot, das einen durchschnittlichen Anstieg von 18 Prozent für das fliegende Personal vorsieht, lediglich eine Anpassung an die Inflation darstellt. Dieses Angebot sei in ihren Augen "nicht wertschätzend" und spiele nur mit Zahlen. Nur ein neues Angebot seitens des Unternehmens könne die Streikmaßnahmen verhindern. Ein solches war bis zum Sonntag nicht in Sicht. Die Aufforderung an die AUA, "unverzüglich ein verbessertes Angebot vorzulegen", die im einstimmig gefassten Streikbeschluss enthalten war, blieb bislang unbeantwortet. Daniel Liebhart, Vertreter der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft Vida, versicherte, dass der Streik mit einem neuen Angebot bis zum 27. März um Mitternacht abgewendet werden könnte. Die Gewerkschaft sei bereit für Gespräche. Der Streik ist für den 28. März um null Uhr geplant.


Entschädigungen


Tatsächlich bedeuten Flugstreichungen wie bei der AUA angedroht, dass Flüge annulliert werden. Nach Angaben der Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (APF) haben Fluggäste verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Diese umfassen die Erstattung des Ticketpreises, die Rückkehr zum ersten Abflugort zum frühestmöglichen Zeitpunkt oder eine alternative Beförderung zu vergleichbaren Bedingungen so bald wie möglich. Es besteht auch die Möglichkeit, Entschädigungen in Form von Geld zu erhalten. Die APF empfiehlt den betroffenen Passagieren, sich vor der Buchung von Ersatzflügen mit der AUA in Verbindung zu setzen und Rechnungen sowie Belege aufzubewahren. Es wird auch geraten, die Kosten, beispielsweise für Übernachtungen, möglichst niedrig zu halten.


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