Austrian Airlines im Sinkflug

Austrian Airlines zieht nach einem schwierigen ersten Halbjahr die Reißleine und reduziert ihr Streckennetz im Winterflugplan. Die Fluggesellschaft musste in den ersten sechs Monaten des Jahres einen operativen Verlust von 93 Millionen Euro hinnehmen. Hauptverantwortlich dafür sind die stark gestiegenen Treibstoffkosten infolge der Krise im Nahen Osten sowie die vorübergehende Einstellung mehrerer Verbindungen aus Sicherheitsgründen.
Um die finanzielle Belastung zu verringern, streicht Austrian Airlines nun weitere Flugverbindungen. Vorläufig eingestellt werden die Flüge nach Tiflis in Georgien, Keflavik auf Island und Porto in Portugal. Nach Angaben der Airline sind diese Maßnahmen notwendig, um unrentable Strecken angesichts der deutlich höheren Betriebskosten vorerst aus dem Flugplan zu nehmen.
Auch bei mehreren sogenannten Nightstop Verbindungen kommt es zu Änderungen. Künftig bleiben Flugzeuge und Crews nach den Abendflügen nicht mehr über Nacht in Klagenfurt, Kopenhagen, Warschau und Krakau. Dadurch sollen die vorhandenen Kapazitäten wirtschaftlicher eingesetzt und Kosten eingespart werden.
Bereits zuvor hatte Austrian Airlines das Aus der Verbindung zwischen Wien und Graz bekannt gegeben. Graz bleibt jedoch weiterhin über die Lufthansa Group mit den Drehkreuzen Frankfurt, München und Zürich verbunden. Zusätzlich steht weiterhin die AIRail Verbindung nach Wien zur Verfügung.
Die schwierige Lage ist auch auf die zeitweise ausgesetzten Flüge nach Amman, Erbil, Tel Aviv und Teheran zurückzuführen. Gemeinsam mit den massiv gestiegenen Kerosinkosten führten diese Faktoren zu einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses. Allein die zusätzlichen Treibstoffkosten lagen im ersten Halbjahr um mehr als 60 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.



