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Punkte statt Meilen: Das neue Vielfliegerprogramm der Lufthansa Group


Lufthansa

Die Lufthansa Group hat bereits seit einiger Zeit eine Änderung ihres Vielfliegerprogramms angekündigt. Jetzt setzt sie diese Pläne in die Tat um: Ab Januar 2024 wird das Sammeln von Meilen durch ein Punktesystem ersetzt.


Ab Beginn des nächsten Jahres führt die Lufthansa Group, zu der auch Austrian Airlines zählt, bedeutende Änderungen in ihrem Vielfliegerprogramm Miles & More durch. Statt des bisherigen Meilensammelns wird nun ein neues Punktesystem eingeführt. Diese Umstellung wurde bereits vor etwa einem Jahr angekündigt.


Viele mögen sich fragen, ob dies wirklich eine bedeutsame Änderung ist – schließlich scheint es auf den ersten Blick keinen großen Unterschied zu machen, ob man Meilen oder Punkte sammelt. Doch die Angelegenheit ist nicht so simpel, wie es scheint. Für viele Nutzer, die sich nicht ausgiebig mit dem System beschäftigt haben, war die Funktionsweise des Belohnungssystems oft unklar, insbesondere der Unterschied zwischen Prämienmeilen und Statusmeilen. Kurz gesagt, das System war bisher für viele nicht ganz durchsichtig.


Besonders beim Erreichen der verschiedenen Statusstufen im Miles & More-Programm – Frequent Traveller, Senator und HON Circle – gab es Verständnisprobleme. Der Status wird derzeit durch das Sammeln von Statusmeilen erlangt, die auf Grundlage der Buchungsklasse und der Flugdistanz berechnet werden. Diese Statusmeilen sind nicht mit den Prämienmeilen zu verwechseln. "Die Art und Weise, wie man durch Statusmeilen einen Status erreicht, war nicht immer leicht zu verstehen und transparent", gesteht eine Sprecherin des mit 36 Millionen Mitgliedern größten Vielfliegerprogramms in Europa gegenüber der Schweizer Tageszeitung "Blick".


Die Lufthansa Group plant, ihr Vielfliegerprogramm zu vereinfachen, um es für die Nutzer übersichtlicher zu gestalten. Laut Informationen auf der Miles & More-Webseite wird das System zukünftig so gestaltet sein, dass man auf einen Blick erkennen kann, was für das Erreichen eines Status erforderlich ist, wobei langjährige Treue besonders belohnt wird. Statt der bisherigen unterschiedlichen Meilenarten werden nun ausschließlich "Punkte" vergeben, die als Points, Qualifying Points und Hon Circle Points bezeichnet werden. Die Vergabe dieser Punkte basiert auf einer einfacheren Logik, abhängig von der Reiseklasse und der Art des Flugs – ob kontinental oder interkontinental. Points können bei allen Partner-Airlines gesammelt werden, jedoch muss für den Erwerb eines Vielfliegerstatus mindestens die Hälfte der Flüge mit den Airlines der Lufthansa-Gruppe erfolgen.


Mitglieder des Miles & More-Programms erhalten nun bei Erreichung der erforderlichen Punktzahl für mindestens ein Jahr (anstelle der bisherigen zwei Jahre) den jeweiligen Status, der verschiedene Vorteile und Prämien mit sich bringt, wie beispielsweise Zugang zu Lounges oder bevorzugtes Einchecken. Die Art und Weise, wie Miles & More Prämienmeilen vergibt, bleibt unverändert. Um den Status eines Frequent Travellers zu erlangen, benötigt man beispielsweise 650 Points und 325 Qualifying Points in einem Kalenderjahr, während für den Senator-Status 2000 Points und 1000 Qualifying Points nötig sind.


Alexander Koenig, Gründer der Vielfliegerberatung First Class & More, äußert sich in seiner Kolumne im Fachmagazin "Aerotelegraph" zum neuen Punktesystem von Miles & More. Er betont, dass das System klarer und einfacher sei, weist jedoch auch darauf hin, dass die Umstellung sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Koenig erklärt, dass vor allem Kunden, die häufig mit preiswerten Tickets reisen, von dem neuen System profitieren, während es für Kunden, die im Verhältnis zur Reiseklasse teurere Tickets kaufen, schwieriger wird, einen Status zu erreichen. Die Verkürzung der Gültigkeitsdauer des Status auf ein Jahr betrifft alle Kundengruppen, könnte jedoch insbesondere für Reisende mit einem weniger regelmäßigen Flugmuster nachteilig sein.


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