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Neue Regeln an Griechenlands Stränden


Neues Liegengesetz soll in Griechenland kommen

Die Küstenabschnitte des begehrten Ferienziels sind an einigen Stellen vollständig mit Strandliegen und Sonnenschirmen überfüllt. Aufgrund von lokalen Protesten wurde nun ein kontroverses Gesetz verabschiedet.


Im vergangenen Jahr machte die "Handtuchbewegung" in Griechenland Schlagzeilen: Auf der Ägäisinsel Paros sowie anderen Küstenregionen wie Kreta im Süden bis zur Halbinsel Chalkidiki im Norden und von Korfu im Nordwesten bis nach Kos im Südwesten zogen Hunderte Inselbewohner zum Strand Santa Maria. Ein Unternehmer hatte diesen idyllischen Küstenabschnitt komplett mit Sonnenliegen und -schirmen belegt und verlangte Gebühren für deren Nutzung. Die Bewohner von Paros forderten vehement freien Zugang zum Strand sowie Platz für ihre eigenen Handtücher.


Unter dem Druck der Öffentlichkeit geriet die griechische Regierung in die Pflicht und versprach Maßnahmen gegen die unkontrollierte Ausbreitung von Sonnenliegen. Im März wurde ein neues Gesetz verabschiedet, das vorschreibt, dass jeder Strand zu 70 Prozent frei von fest installierten Liegen sein muss. In besonders geschützten Gebieten beträgt dieser Prozentsatz sogar 85 oder sogar 100 Prozent.


Des Weiteren schreibt das neue Gesetz vor, dass der Mindestabstand zwischen dem Wasser und den Liegen künftig vier Meter betragen muss. Dadurch soll ein besserer Zugang zum Wasser gewährleistet werden, ohne dass Besucher sich erst an überfüllten Liegen vorbeiquetschen müssen. Zusätzlich soll die Hälfte jedes Strandes öffentlich zugänglich sein. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Strandliegenvermieter und Bars sich dort ausbreiten können, wie es in Berichten des "Greek Reporter" heißt.


Mögliche Geldstrafen oder sogar Schließungen


In den letzten Jahren wurde eine zunehmende Privatisierung von Stränden beobachtet, beispielsweise durch Hotels oder andere Unternehmen. Premierminister Kyriakos Mitsotakis erläuterte in einem TikTok-Video, dass die Vergabe von Konzessionen für Strände künftig über Online-Auktionen erfolgen soll. Diese Maßnahme zielt darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und undurchsichtige Deals zu vermeiden, die hinter verschlossenen Türen abgeschlossen werden.


Wer eine solche Lizenz erwirbt, unterliegt strengen Auflagen. Dazu gehört die Pflicht, die Strände sauber zu halten und Zugangsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen sowie Rettungsschwimmer bereitzustellen. Bei Verstößen gegen diese Auflagen drohen Geldstrafen oder sogar die Schließung des betreffenden Strandabschnitts.


Viel Kritik


Nicht alle teilen die positive Sichtweise auf das neue Gesetz. Laut Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) sprechen sich einige Umweltschutzorganisationen dagegen aus. Ihr Hauptkritikpunkt liegt darin, dass die bisherige Regelung, welche besagt, dass Strände nur bis zu einer Entfernung von 30 Metern von der Wasserlinie bewirtschaftet werden dürfen, aufgehoben wird. Obwohl diese Regelung ohnehin kaum eingehalten wurde, befürchten die Kritiker, dass ihre Abschaffung zur Zerstörung vieler Strände führen wird. Im Vergleich dazu gilt in Frankreich eine Schutzzone von 100 Metern, in Deutschland sind es 150 Meter und in Dänemark sogar 300 Meter, in denen keine Bebauung erlaubt ist.


Das neue Gesetz würde zudem historisch gewachsene Schutzzonen, beispielsweise auf Kos und Rhodos, vollständig aufheben. Dies wird von Umweltschützern als Zugeständnis der Regierung an die Tourismusunternehmer kritisiert, wie das RND zusammenfasst. Auch die Regelungen des neuen Gesetzes zur Bewirtschaftung der Strände durch Liegestuhl- und Sonnenschirmvermieter würden den Erwartungen vieler Inselbewohner nicht gerecht werden. Es wird befürchtet, dass selbst nach dem neuen Gesetz Schwierigkeiten bestehen bleiben werden, an den Stränden einen freien Platz zu finden.

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