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Erneute Streiks bei der DB und Lufthansa: Deutschland steht vor enormen Reisechaos

Aktualisiert: 19. März


Streik bei Lufthansa und Deutsche Bahn

In Deutschland wurde am gestrigen Montag ein doppelter Streik im Bahn- und Flugverkehr angekündigt, initiiert von den Gewerkschaften GDL und Verdi. Die geplanten Streikmaßnahmen, die noch in dieser Woche stattfinden sollen, versprechen erheblichen Reisestress für Abertausende von Menschen. Es ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen dieser Streiks ebenfalls in Österreich spürbar werden.


Der Bahn-Güterverkehr wird von Mittwochabend, 18 Uhr, bis zum frühen Freitagmorgen um 5 Uhr, bestreikt. Der Streik im Personenverkehr setzt ab Donnerstagfrüh um 2 Uhr ein und ist bis Freitagmittag um 13 Uhr geplant. Dies markiert den fünften Streik in dem seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft GDL.


GDL plant Streiks in Wellenform


Nach den erneut erfolglosen Tarifgesprächen mit der Bahn kündigte GDL-Vorsitzender Claus Weselsky an, dass der Streik 35 Stunden andauern werde. Im Anschluss daran sollen weitere, unangekündigte Streiks folgen, die als sogenannte Wellenstreiks durchgeführt werden. „Wir werden Streiks durchführen, wann immer wir es für notwendig erachten. Auf diese Weise wird die Eisenbahn zu einem unzuverlässigen Transportmittel“, sagte er.


Streik des Lufthansa-Bodenpersonals startet am Donnerstag


Verdi hat kurz zuvor zu Warnstreiks beim Lufthansa-Bodenpersonal aufgerufen. Am Donnerstag und Freitag ist geplant, dass das gesamte Bodenpersonal die Arbeit niederlegt. Der Streik beginnt am Donnerstag um 4 Uhr morgens und endet am Samstag um 7.10 Uhr. Dies wird auch im Luftverkehr zu signifikanten Beeinträchtigungen führen. Für die Bereiche Fracht und Technik sind unterschiedliche Zeiten vorgesehen, teilweise schon ab Mittwochabend. Lufthansa hat angegeben, dass sich die Streikdauer auf insgesamt 59 Stunden beläuft, was sich zu insgesamt 145 Stunden Warnstreik über die vorherigen Runden summiert.


Fünfte Streikwelle im Tarifstreit der Bahn


Claus Weselsky, der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, hat nach dem erneuten Scheitern der Tarifgespräche mit der Deutschen Bahn am Montag einen weiteren Streik angekündigt. Dieser Streik markiert die fünfte Runde der Arbeitskämpfe in dem seit Monaten andauernden Tarifstreit.


Die Gewerkschaft brach die jüngsten Verhandlungen nach etwa vier Wochen am Donnerstag ab. „Der Streik wird eine Dauer von 35 Stunden haben. Wir wählen genau diese Zeitspanne, damit es für jeden in der Republik offensichtlich wird, was unser Anliegen ist: Wir fordern die 35-Stunden-Woche“, erklärte Weselsky.


Seit geraumer Zeit ringen die GDL und die Deutsche Bahn um die Ausgestaltung eines neuen Tarifvertrags. Im Zentrum des Konflikts steht der Wunsch der Gewerkschaft, die Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden zu reduzieren, ohne dass diese finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.


Lufthansa: Streik trifft 200.000 Fluggäste


In einem neuerlichen Versuch, den Druck auf den Lufthansa-Konzern zu verstärken, ist geplant, am Donnerstag und Freitag eine maximale Anzahl von Flügen nicht starten zu lassen. Nach Angaben der Lufthansa werden etwa 200.000 Passagiere von dieser Maßnahme betroffen sein.


"Streiks überwiegen gegenüber Verhandlungen"


Michael Niggemann, Personalvorstand, kritisierte Verdi für deren anscheinend bewusste Entscheidung zur Eskalation: „Es findet deutlich mehr Streikaktivität statt als Gesprächsbereitschaft.“ Er argumentierte, dass die starre Position der Gewerkschaft dem Unternehmen, unzähligen Kunden und den Angestellten schade. „Im Gegensatz zu anderen Bereichen, die von Verdi-Streiks betroffen sind, haben unsere Kundinnen und Kunden aufgrund des internationalen Wettbewerbs andere Möglichkeiten zur Auswahl.“ Diese Tatsache werde von der Gewerkschaftsleitung außer Acht gelassen.


Gleichzeitig finden Tarifgespräche für etwa 25.000 Mitarbeiter der privaten Luftsicherheitsdienste an den großen deutschen Flughäfen statt. Ein Sprecher erwähnte auf Nachfrage, dass es möglich sei, dass diese Beschäftigten sich den Streikenden der Lufthansa anschließen könnten.


In den bisherigen Streikrunden, die jeweils etwas mehr als einen Tag dauerten und sich auf das kundennahe Bodenpersonal bezogen, hat die Lufthansa 80 bis 90 Prozent ihrer Flüge gestrichen. Dies führte dazu, dass hauptsächlich an den Knotenpunkten Frankfurt und München Hunderte von Flügen ausfallen mussten. Ein Streik der Mitarbeiter der Luftsicherheit könnte zur Folge haben, dass die Flughäfen für Passagiere komplett geschlossen werden müssten, da dann niemand mehr vor dem Betreten kontrolliert würde.


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