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Erdbeben in der Nähe Reykjavíks könnten Vulkanausbruch verursachen


Seit Dienstag wurden mehr als 1600 Erdbeben am Fagradalsfjall auf der Halbinsel Reykjanes in Island registriert. Die Beben waren im gesamten Südwesten und sogar bis nach Borgarnes spürbar. Gestern traf sich der isländische Zivilschutz mit der Polizei und anderen Einsatzkräften zu einer Lagebesprechung. Kurz danach wurde für die Region die zweite Warnstufe ausgerufen, die als "Ungewissheitsstufe" bezeichnet wird. Dies ermöglicht den Einsatzkräften im Ernstfall ein schnelleres Handeln. Der Flugverkehr ist bisher nicht beeinträchtigt, jedoch hat der Wetterdienst den Farbcode auf Orange geändert, um auf die Situation hinzuweisen.


Bereits im April begann das Land auf der Halbinsel, sich zu heben. Bis Dienstag gab es jedoch keine Anzeichen für einen bevorstehenden Vulkanausbruch. Um 10 Uhr Dienstags Morgen begann jedoch am Fagradalsfjall ein Erdbebenschwarm, der bis jetzt anhält. Das stärkste Beben erreichte eine Stärke von 4,8, gefolgt von einem Beben mit einer Stärke von 4,1.


Ein Bericht der Erdbebenabteilung des isländischen Wetterdienstes zeigt, dass bereits im Juni über tausend Erdbeben registriert wurden, hauptsächlich in der Nähe des Erdwärmekraftwerks Svartsengi, am Fagradalsfjall und am See Kleifarvatn. Laut dem Bericht hat die tiefe seismische Aktivität seit Beginn des Jahres zugenommen. Aktuelle Messungen von Gasen und Temperaturen zeigen, dass das Lavafeld, das sich im August 2022 in die Meradalir ergossen hat, immer noch Gase ausstößt. An einigen Stellen wurden Temperaturen von über 219 Grad gemessen. Nach Modellen könnte es sich um einen Magmaeinschuss in einer Tiefe von 15 Kilometern handeln.


Die Region wird intensiv überwacht. In einem Interview mit RÚV erklärte der Naturkatastrophenexperte Magnús Freyr Sigurkarlsson am Morgen, dass sich die Magma-Intrusion wahrscheinlich in einer Tiefe von fünf Kilometern ereignet, wo es eine Ansammlung von Magma zu geben scheint. Die aktuelle Entwicklung ähnelt der Situation im letzten Jahr kurz vor dem Ausbruch, als es ebenfalls eine Magma-Intrusion gab und fünf Tage später Lava an die Oberfläche trat.


"Magnús sagte: "Wenn sich dieser Trend fortsetzt, besteht die Möglichkeit eines Ausbruchs innerhalb weniger Tage." Es scheint auch so, als ob die Erdbeben näher an die Oberfläche rücken würden. Der Vulkanologe Magnús Tumi Guðmundsson erklärte gegenüber Vísir, dass die Magma diesmal relativ leicht vorankommen könne, da das Gestein noch sehr heiß und durchlässig sei. Es bleibt jedoch weiterhin ungewiss, ob es der Magma gelingen wird, die Erdoberfläche zu durchbrechen. Wenn sich die Situation unverändert fortsetzt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch.


Es wird dringend davon abgeraten, dass Touristen das alte Lavagebiet betreten. Es gibt Stellen, an denen die Oberfläche sehr dünn ist und man sich schwer verletzen kann, wenn man durch die Lava bricht. Zudem ist es an vielen Orten unter der Oberfläche noch sehr heiß. Aufgrund der Erdbeben besteht zudem die Gefahr von Steinschlag und Bergrutschen.


Die freiwillige Rettungseinheit Þorbjörn aus Grindavík steht für den Einsatz bereit, da sich seit dem letzten Ausbruch täglich bis zu 800 Besucher auf den Wanderwegen in dem Gebiet aufhalten. Bisher gibt es noch keine Sperrung des Gebiets.



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